13.02.2026

Endlich ein Notfall: Wenn Trauma keine Diskussion mehr braucht

Vergewaltigung stellt eine schwere Menschenrechtsverletzung und einen massiven Eingriff in die körperliche und seelische Integrität der Betroffenen dar. In einer derart akuten Notlage ist es essenziell, dass Betroffene uneingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung erhalten, ohne durch finanzielle Hürden zusätzlich belastet zu werden.

Als junge Liberale fordern wir daher,

  • Anerkennung von Vergewaltigung als medizinischen Notfall: Vergewaltigung wird gesetzlich als medizinischer Notfall definiert. Krankenhäuser sind verpflichtet, Betroffenen unverzüglich und niedrigschwellig Zugang zu notwendiger medizinischer Versorgung zu gewähren.
  • Kostenübernahme für notwendige Medikamente und Untersuchungen:In Fällen von Vergewaltigung werden die Kosten für folgende Maßnahmen durch die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen übernommen.Die Bereitstellung und Verabreichung der „Pille danach“ ohne Kostenbeteiligung der betroffenen Person. Solche Fälle sollen als Verdacht auf eine meldepflichtige Infektion laut IfSG gewertet werden. Damit sollen umfassende Vorsorgeuntersuchungen und -behandlungen zur Prävention und Therapie von sexuell übertragbaren Krankheiten (z. B. HIV-Postexpositionsprophylaxe, Tests auf Chlamydien, Gonorrhoe und andere Infektionen) übernommen werden. Psychologische Soforthilfe sowie gegebenenfalls die Einleitung weiterführender therapeutischer Maßnahmen.
  • Informationspflicht der Krankenhäuser: Krankenhäuser und medizinische Versorgungszentren sind verpflichtet, Betroffene über ihre Rechte und die verfügbaren Maßnahmen umfassend und sensibel zu informieren.
  • Begleitende Maßnahmen: Schulung von medizinischem Personal im Umgang mit Betroffenen von sexualisierter Gewalt, um eine einfühlsame und professionelle Versorgung zu gewährleisten. Aufbau und Stärkung von spezialisierten Anlaufstellen in Krankenhäusern für Opfer sexualisierter Gewalt.

Die Erfahrung einer Vergewaltigung ist ein traumatisches Ereignis, das umfassende medizinische und psychologische Betreuung erfordert. Durch die Anerkennung als medizinischen Notfall und die Kostenübernahme für essenzielle Medikamente und Untersuchungen wird sichergestellt, dass Betroffene schnell und ohne weitere Belastung Zugang zu notwendiger Hilfe erhalten. Dieser Schritt ist ein wichtiges Signal des Staates, die Rechte und die Würde der Betroffenen zu wahren und ihnen solidarisch zur Seite zu stehen.

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