13.02.2026

Olympischer Sport – Symbolbild einer Leistungsgesellschaft!

Wir Junge Liberale stehen uneingeschränkt zum Leistungsprinzip. Leistung muss
 sich lohnen – im Sport wie in allen Bereichen unserer Gesellschaft. Der Spitzensport
 ist Ausdruck dieses Prinzips und verdient eine Förderung, die seinen Ansprüchen
 gerecht wird.

 Deutschlands Abschneiden auf Rang zehn im Medaillenspiegel bei den Olympischen
 Spielen 2024 in Paris – mit lediglich zwölf Gold-, 13 Silber- und acht
 Bronzemedaillen– markiert mit der Platzierung auf Rang zehn die schlechteste
 Platzierung seit der Wiedervereinigung. Diese Entwicklung verdeutlicht die
 strukturellen Defizite in der Sportförderung. Besonders im internationalen Vergleich
 zeigt sich ein alarmierendes Ungleichgewicht: Während Goldmedaillengewinner in
 Hongkong 690.000€, in Singapur 686.000€, in Taiwan 550.000€ und monatliche
 Rentenzahlungen erhalten, stehen deutschen Athleten nur 20.000€ vor Steuern zu.
 Dieses Missverhältnis untergräbt nicht nur die Motivation der Sportler, sondern
 fördert auch die Abwanderung von Trainern und Talenten.

 Die Olympischen Spiele sind jedoch weit mehr als ein Wettkampf. Sie stehen für
 Einsatz, Fairness und Exzellenz und bieten insbesondere kleineren Sportarten eine
 wichtige Projektionsfläche. Um den olympischen Sport als Symbol einer
 leistungsorientierten Gesellschaft zu stärken und Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit
 wiederherzustellen, fordern wir:

 Sofortmaßnahmen für eine bessere Sportförderung

  1.  Angemessene Medaillenpremien auf europäischem Niveau: Anhebung der Prämien für
     Medaillen zumindest auf ein Niveau vergleichbarer europäischer Staaten (75.000€,
     50.000€, 25.000€)
  2.  Steuerfreiheit für sportliche Prämien und Gewinne: einkommenssteuerliche
     Befreiung jener sportlichen Prämien
  3.  Lockerung der IOC-„Rule 40“ für Werbeeinnahmen: Die Anpassung der „Rule 40“ des
     IOC dahingehend zu erwirken, dass zumindest außerhalb des direkten sportlichen
     Wettkampfes Werbeeinkünfte bei den Olympischen Spielen erzielt werden können.

 Nachwuchs- und Leistungssport als gesellschaftlicher Motor

 Sport ist dabei mehr als nur ein Wettkampf – er ist ein Spiegelbild der
 Leistungsfähigkeit unserer Gesellschaft und ein entscheidender Motor für die
 Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen. Um die nächste Generation für den
 Leistungsgedanken zu begeistern und Deutschlands Position im internationalen
 Spitzensport langfristig zu sichern, muss die Sportpolitik über bloße Belohnungen
 hinausgehen.

 Die Olympischen Spiele sind eine Bühne für Höchstleistung, bieten aber auch jungen
 Talenten greifbare Ziele und machen kleinere Sportarten sichtbar. Dennoch droht der
 Leistungsgedanke, der unsere Gesellschaft prägt, verloren zu gehen. Kinder lernen
 immer seltener, mit Niederlagen umzugehen, während die aktuellen Strukturen der
 Sportförderung mehr belohnen, als sie aufbauen.

 Um Nachwuchs zu sichern und den Sport als Leistungsprinzip, sowie die damit
 verbundenen gesellschaftlichen Werte von Einsatz, Disziplin und Fairness, zu stärken,
 fordern wir:

 Reform der Sport- und Nachwuchsförderung

  1.  Verbindung von Sport und Bildung sowie Förderung des Leistungsgedankens: Die
     Verbindung von Sport und Bildung muss gestärkt werden, um den Leistungsgedanken
     frühzeitig zu fördern. Schulen sollten mehr Freiheiten im Lehrplan erhalten, um
     Leistungssport besser zu integrieren. Qualitativ hochwertiger Sportunterricht
     durch ausgebildete Lehrkräfte muss gewährleistet sein, und Wettbewerbe wie die
     Bundesjugendspiele sollten gezielt gefördert werden, um den olympischen Gedanken
     schon in jungen Jahren zu verankern. Kooperationen zwischen Schulen,
     Sportvereinen und Eltern sind essenziell, um Talente zu entdecken und zu
     fördern. Zudem müssen schulische Abwesenheiten durch Wettkämpfe oder
     Trainingslager so kompensiert werden, dass sportliche Ambitionen nicht zu Lasten
     der schulischen Entwicklung gehen.
  2.  Verbesserung der finanziellen Unterstützung: Die finanzielle Unterstützung für
     Nachwuchssportler und Sportschulen muss deutlich erhöht werden.
     Nachwuchsprogramme bedürfen einer stabilen finanziellen Grundlage, die nicht von
     kurzfristigen Erfolgen abhängt. Statt eines Belohnungssystems braucht es ein
     flächendeckendes Fördermodell, das langfristige Entwicklung priorisiert und
     junge Talente von Beginn an unterstützt.
  3.  Attraktivere Rahmenbedingungen für Talente: Um junge Talente langfristig im
     deutschen Sport zu halten, sind attraktive Rahmenbedingungen notwendig.
     Investitionen in die Sanierung und den Neubau moderner Sportstätten sind
     unerlässlich. Internationale Trainingsgruppen sollten stärker in deutsche
     Sportzentren integriert werden, um eine dynamische und wettbewerbsfähige
     Trainingsumgebung zu schaffen. Zusätzlich müssen bessere berufliche Perspektiven
     außerhalb traditioneller Institutionen wie Polizei, Bundeswehr oder Zoll
     geschaffen werden, damit Sportler ihre Karrieren flexibler gestalten können.
  4.  Nachhaltige Reform der Sportförderung: Das aktuelle PotAS-System sollte durch
     ein transparentes und langfristig orientiertes Fördersystem ersetzt werden, das
     klare Ziele verfolgt und weniger bürokratisch ist. Auch kleinere olympische
     Sportarten müssen stärker gefördert werden, um die Vielfalt des deutschen Sports
     zu sichern und breitere gesellschaftliche Werte zu repräsentieren.
  5.  Gleichstellung im paralympischen Sport: Die Förderung von paralympischen
     Athleten muss auf Augenhöhe mit ihren olympischen Kolleginnen und Kollegen
     erfolgen. Das betrifft sowohl die finanzielle Unterstützung als auch die
     strukturellen Rahmenbedingungen, damit der paralympische Sport die gleiche
     Anerkennung und Wertschätzung erfährt wie der olympische.

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