Zur Forderung von Wolfgang Kubicki, die deutsche Bundesregierung solle “schleunigst” die Pipeline Nord Stream 2 öffnen, erklärt Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen und FDP-Bundesvorstandsmitglied Franziska Brandmann:

“Es ist mir völlig unbegreiflich, wie man auf so eine skurrile Forderung kommen kann. Wolfgang Kubicki begründet diese damit, dass die deutschen Gasspeicher nicht ausreichend gefüllt sind. Das sind sie aber gerade deshalb nicht, weil Putin durch Nord Stream 1 nur 20 Prozent der möglichen Menge liefert. Putin führt einen Energiekrieg gegen Deutschland. Wer in dieser Situation meint, gegenüber Russland getroffene Sanktionen aufheben zu wollen, der argumentiert zutiefst unlogisch. Es ist genau diese Art der Blauäugigkeit gegenüber Russland, die uns erst in diese prekäre Lage der massiven Energieabhängigkeit von Russland gebracht hat. Die Abhängigkeit von russischem Gas muss  spätestens seit Beginn des brutalen Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine ein sofortiges und unumstößliches Ende haben. Das steht übrigens nicht nur für die Jungen Liberalen, sondern auch für alle internationalen Verbündeten Deutschlands außer Frage. 

Wenn Wolfgang Kubicki sagt, er sehe “keinen vernünftigen Grund, Nord Stream 2 nicht zu öffnen”, dann verweise ich darauf, dass die russische Armee seit dem 24. Februar in der Ukraine unzählige Menschen ermordet, tausende Frauen vergewaltigt und Kinder verschleppt hat. Das russische Regime verübt am laufenden Band Kriegsverbrechen, viele haben sicherlich noch die Bilder des Butscha-Massakers vor Augen. Wer darin “keinen vernünftigen Grund” für Sanktionen sieht, dem empfehle ich ganz eindringlich, seinen moralischen Kompass zu hinterfragen. 

Diese Forderung lässt sich in keiner Weise mit der Beschlusslage der FDP in Einklang bringen. Wir erwarten von Wolfgang Kubicki als dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden der FDP, diese in Zukunft zu respektieren und energie- und außenpolitische Irrfahrten den Putin-Verstehern zu überlassen.

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