Wir Junge Liberale stehen uneingeschränkt zum Leistungsprinzip. Leistung muss
sich lohnen – im Sport wie in allen Bereichen unserer Gesellschaft. Der Spitzensport
ist Ausdruck dieses Prinzips und verdient eine Förderung, die seinen Ansprüchen
gerecht wird.
Deutschlands Abschneiden auf Rang zehn im Medaillenspiegel bei den Olympischen
Spielen 2024 in Paris – mit lediglich zwölf Gold-, 13 Silber- und acht
Bronzemedaillen– markiert mit der Platzierung auf Rang zehn die schlechteste
Platzierung seit der Wiedervereinigung. Diese Entwicklung verdeutlicht die
strukturellen Defizite in der Sportförderung. Besonders im internationalen Vergleich
zeigt sich ein alarmierendes Ungleichgewicht: Während Goldmedaillengewinner in
Hongkong 690.000€, in Singapur 686.000€, in Taiwan 550.000€ und monatliche
Rentenzahlungen erhalten, stehen deutschen Athleten nur 20.000€ vor Steuern zu.
Dieses Missverhältnis untergräbt nicht nur die Motivation der Sportler, sondern
fördert auch die Abwanderung von Trainern und Talenten.
Die Olympischen Spiele sind jedoch weit mehr als ein Wettkampf. Sie stehen für
Einsatz, Fairness und Exzellenz und bieten insbesondere kleineren Sportarten eine
wichtige Projektionsfläche. Um den olympischen Sport als Symbol einer
leistungsorientierten Gesellschaft zu stärken und Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit
wiederherzustellen, fordern wir:
Sofortmaßnahmen für eine bessere Sportförderung
- Angemessene Medaillenpremien auf europäischem Niveau: Anhebung der Prämien für
Medaillen zumindest auf ein Niveau vergleichbarer europäischer Staaten (75.000€,
50.000€, 25.000€) - Steuerfreiheit für sportliche Prämien und Gewinne: einkommenssteuerliche
Befreiung jener sportlichen Prämien - Lockerung der IOC-„Rule 40“ für Werbeeinnahmen: Die Anpassung der „Rule 40“ des
IOC dahingehend zu erwirken, dass zumindest außerhalb des direkten sportlichen
Wettkampfes Werbeeinkünfte bei den Olympischen Spielen erzielt werden können.
Nachwuchs- und Leistungssport als gesellschaftlicher Motor
Sport ist dabei mehr als nur ein Wettkampf – er ist ein Spiegelbild der
Leistungsfähigkeit unserer Gesellschaft und ein entscheidender Motor für die
Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen. Um die nächste Generation für den
Leistungsgedanken zu begeistern und Deutschlands Position im internationalen
Spitzensport langfristig zu sichern, muss die Sportpolitik über bloße Belohnungen
hinausgehen.
Die Olympischen Spiele sind eine Bühne für Höchstleistung, bieten aber auch jungen
Talenten greifbare Ziele und machen kleinere Sportarten sichtbar. Dennoch droht der
Leistungsgedanke, der unsere Gesellschaft prägt, verloren zu gehen. Kinder lernen
immer seltener, mit Niederlagen umzugehen, während die aktuellen Strukturen der
Sportförderung mehr belohnen, als sie aufbauen.
Um Nachwuchs zu sichern und den Sport als Leistungsprinzip, sowie die damit
verbundenen gesellschaftlichen Werte von Einsatz, Disziplin und Fairness, zu stärken,
fordern wir:
Reform der Sport- und Nachwuchsförderung
- Verbindung von Sport und Bildung sowie Förderung des Leistungsgedankens: Die
Verbindung von Sport und Bildung muss gestärkt werden, um den Leistungsgedanken
frühzeitig zu fördern. Schulen sollten mehr Freiheiten im Lehrplan erhalten, um
Leistungssport besser zu integrieren. Qualitativ hochwertiger Sportunterricht
durch ausgebildete Lehrkräfte muss gewährleistet sein, und Wettbewerbe wie die
Bundesjugendspiele sollten gezielt gefördert werden, um den olympischen Gedanken
schon in jungen Jahren zu verankern. Kooperationen zwischen Schulen,
Sportvereinen und Eltern sind essenziell, um Talente zu entdecken und zu
fördern. Zudem müssen schulische Abwesenheiten durch Wettkämpfe oder
Trainingslager so kompensiert werden, dass sportliche Ambitionen nicht zu Lasten
der schulischen Entwicklung gehen. - Verbesserung der finanziellen Unterstützung: Die finanzielle Unterstützung für
Nachwuchssportler und Sportschulen muss deutlich erhöht werden.
Nachwuchsprogramme bedürfen einer stabilen finanziellen Grundlage, die nicht von
kurzfristigen Erfolgen abhängt. Statt eines Belohnungssystems braucht es ein
flächendeckendes Fördermodell, das langfristige Entwicklung priorisiert und
junge Talente von Beginn an unterstützt. - Attraktivere Rahmenbedingungen für Talente: Um junge Talente langfristig im
deutschen Sport zu halten, sind attraktive Rahmenbedingungen notwendig.
Investitionen in die Sanierung und den Neubau moderner Sportstätten sind
unerlässlich. Internationale Trainingsgruppen sollten stärker in deutsche
Sportzentren integriert werden, um eine dynamische und wettbewerbsfähige
Trainingsumgebung zu schaffen. Zusätzlich müssen bessere berufliche Perspektiven
außerhalb traditioneller Institutionen wie Polizei, Bundeswehr oder Zoll
geschaffen werden, damit Sportler ihre Karrieren flexibler gestalten können. - Nachhaltige Reform der Sportförderung: Das aktuelle PotAS-System sollte durch
ein transparentes und langfristig orientiertes Fördersystem ersetzt werden, das
klare Ziele verfolgt und weniger bürokratisch ist. Auch kleinere olympische
Sportarten müssen stärker gefördert werden, um die Vielfalt des deutschen Sports
zu sichern und breitere gesellschaftliche Werte zu repräsentieren. - Gleichstellung im paralympischen Sport: Die Förderung von paralympischen
Athleten muss auf Augenhöhe mit ihren olympischen Kolleginnen und Kollegen
erfolgen. Das betrifft sowohl die finanzielle Unterstützung als auch die
strukturellen Rahmenbedingungen, damit der paralympische Sport die gleiche
Anerkennung und Wertschätzung erfährt wie der olympische.